Chronik  der Freiwilligen Feuerwehr Obernesselbach
aus der Festschrift zum 125jährigen Gründungsfest


Am 16. Mai 1882 gründeten 31 Männer die FFW Obernesselbach.
Erster Kommandant war Leonhard Kaufmann von 1882 bis 1903. Näheres aus der Arbeit der
Wehr sowie Namen der übrigen Gründungsmitglieder geht aus den Aufzeichnungen nicht hervor.
Bereits vor der offiziellen Gründung muss aber eine Art Löschgemeinschaft in Obernesselbach
bestanden haben, die mit Eimern und Leitern den Bränden zu Leibe rückten.
Wie nämlich aus den Aufzeichnungen hervorgeht, wurde bereits 1877 eine Saug- und
Druckspritze sowie eine Handspritze angeschafft.

Die Feuerordnung von 1891 beweist, dass mit anderen Löschgemeinschaften der Nachbardörfer
eng zusammengearbeitet wurde.
In den zwanziger Jahren wurde die Ausrüstung der Wehr stark verbessert, so wurden 1927 im
ganzen Ort Handfeuerlöscher verteilt. Es wurde auch der Wunsch laut, eine Motorspritze anzuschaffen.

Dieser Wunsch wurde 1930 verwirklicht. Die Gemeinde Obernesselbach kaufte am 11. Mai 1930
von der Firma Paul Ludwig, Bayreuth, eine Motorspritze und 300 m Schläuche.

Die Aufstellung der FFW zur damaligen Zeit:

Vorstand
Kommandant
Adjudant
Steigermannschaft
Spritzenmannschaft
Motorspritzenmannschaft
Minimaxstoßtrupp
Zeugwart
Sanitäter
Hornist 

1931 hatte die FFW mit 48 Männern die höchste Mitgliederzahl.
1932 wurde das 50jährige Bestehen im kleinen Kreis gefeiert. Von den 31 Gründungsmitgliedern
konnten noch fünf Männer das Jubiläum miterleben, dies waren die Altsitzer Müller Michael,
Lösch Lorenz, Hertlein Friedrich, Müller Georg und Kellermann Andreas.
In den 30er Jahren wurde für Wasserreserven und Wasserentnahmestellen gesorgt.
So wurden am Nesselbach drei Stauwehre eingebaut.
In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 wurden zwei weibliche Löschgruppen ausgebildet.
Im Protokollbuch steht wörtlich, die zwei weiblichen Löschgruppen haben sich gut bewährt und
verdienen ein ehrendes Andenken.
Im Jahr 1949 kam die FFW Obernesselbach wieder auf die Mitgliederzahl von
31 Feuerwehrmännern. Am 15. Januar 1960 war
  der erste größere Brand in Obernesselbach.
Es brannte eine Scheune mit Stall. Doch durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte
das Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude verhindert werden. Die Feuerwehrmänner arbeiteten
unter schwierigen Verhältnissen, denn das Thermometer sank in der Nacht
vom 15. auf 16.Januar auf 15 Grad minus. 

Am 1. März 1960 wurde das von der Gemeinde neu erbaute Feuerwehrhaus der FFW übergeben.
So konnte die Motorspritze sowie die anderen Gerätschaften wieder ordentlich untergebracht werden.
Im Rahmen der Flurbereinigung wurde 1960 ein neues Wasserbassin
(Löschweiher mit 850 cbm Fassungsvermögen) angelegt. Dieses Becken, das durch eigene Quellen und
vom Nesselbach gespeist wird, behob alle Löschwassersorgen.

Am 2. Februar 1964 wurde eine neue Magirus Motorspritze (TS 8), sowie ein Tragkraftspritzenanhänger
von der Firma Krämer in Nürnberg angeschafft. 

1981 wurde das Feuerwehrgerätehaus renoviert und mit einem neuen Anstrich versehen.
Im Juni 1982 feierte die Feuerwehr Obernesselbach vier Tage lang ihren 100jährigen Geburtstag,
das am Sonntag mit dem Festzug ihren Höhepunkt hatte. 

Im Jahr 1989 – 1990 wurde am Feuerwehrhaus ein Schulungsraum mit Toilettenanlagen in vielen
Arbeitsstunden angebaut, der am 12. + 13.05.1990 mit einem kleinen Fest eingeweiht wurde.
Am 27. 01. 1990  wurde der Verein“ Freiwillige Feuerwehr Obernesselbach e.V“
gegründet und im Vereinsregister eingetragen.

Nachdem unsere, in die Jahre gekommene Magirus TS 8 immer öfter defekt war, wurde 1998
durch die Stadt Neustadt mit einem Zuschuss aus der Vereinskasse eine neue Tragkraftspritze
der Marke Ziegler Ultra Leicht beschafft. 

Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler unserer Geschichte ist die Stationierung eines TLF 16/25 in Unternesselbach.
Das Tanklöschfahrzeug wird von beiden Wehren Ober- und Unternesselbach besetzt.
Durch diese Entscheidung wird auch in unserem Ort die Sicherstellung der Rettungsfrist gewährleistet.
Natürlich kam durch das Fahrzeug ein völlig neues Arbeitsspektrum auf die Wehr zu.
Es mussten Lehrgänge für Atemschutz, für Maschinisten und für Sprechfunker absolviert werden.
Zusätzlich zu den weiteren Übungen kamen somit über 600 Stunden im Jahr 2005 für die Wehr zusammen.

Im Jahr 2006 konnte der Anbau am Feuerwehrhaus, welcher bisher als Waage diente,
als Küche umgebaut werden, sodass nun eine Verbindung zum Aufenthaltsraum besteht.